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Krieg – Der Film

Verfilmung Krieg (als „Fremder Feind“, Regie: Rick Ostermann) mit Ulrich Matthes und Barbara Auer (u.a.) in der ARD-Mediathek abrufbar. Mehr über Buch und Film hier. ARD-Mediathek bitte hier klicken.



Heimfahrt

Für D und E, die ich nicht vergesse. 

Erster Tag.

Die Flocken sinken nass und schwer, wie bewusstlos, aus einem grauen Himmel auf die Strassen, die Wiesen und Tannen. Die Gipfel stecken in den Wolken. Es ist noch früh am Tag, nur eine Stunde nach dem Mittag und schon dämmert der Abend herauf. Mit trüben Lichtern kriechen die Wagen umher, als wüssten die Fahrer nicht, wohin. Seit der Stadt fährt er hinter einem Betonmischer. Die Trommel dreht und dreht sich, die Heizung bis zum Anschlag. Das hat er von Bronkhorst, selbst beim tiefsten Frost kaum mehr anzuziehen als ein Shirt, Jeans, die Sportschuhe.

Er hält die Zigarette mit den Lippen und betrachtet die Armaturen. Öl, Sprit, Kühlertemperatur. Alles bestens. Er fährt den Schweden sein halbes Leben. Wenn die letzten Wagen auf dem Schrottplatz sind, wird die Automarke ausgestorben sein wie die Dinosaurier. Der Wagen hat behagliche Sessel und einen gebeugten Rücken. Vielleicht dachte der Konstrukteur an eine Raubkatze auf dem Sprung. Der Betonmischer biegt ab und Mattes fühlt sich wie verlassen, schließt zu einem Kombi auf, der auf hohen Reifen durch den Schneematsch walzt. Auf dem Dach eine Tanne im Netz. Aus dem Heckfenster winkt ein Äffchen aus Stoff. Der Kombi fährt dann auch ab und Mattes hört Bronkhorsts Alles außer Scheißmusik-Kassette.

Der Mattes kennt keinen, der so gute Mixtapes macht wie Bronkhorst.

Im Gasthof Zur Tanne riecht es nach Fichtenzweigen und Kaffee. Unter der Decke ein Adventskranz, groß wie das Rad eines Sattelschleppers. Bei den Toiletten hockt ein dürrer Kerl in Lodenjacke und Krachlederner und zupft die Zither. Wie in jedem Jahr. Die Pensionisten sitzen an den Tischen vor Tannenzweigen, flackernden Kerzen, rotbackigen Äpfeln und warten aufs Tagesgericht. 

Wie immer?, sagt der Wirt und fegt Tannennadeln von der Tischdecke. 

Gern, sagt der Mattes.

Vielleicht heuer einen Knödel extra?

Danke, muss noch fahren, sagt er. 

Sie lachen. Mattes schlägt das Buch auf. Im letzten Jahr schaffte er nur zehn Seiten. Da schrieb er Anna alle paar Kilometer aufs Handy, wie sehr er sich sehnt. Der Einband ist abgegriffen, das Papier vergilbt. Er liest nur auf den Hinfahrten, wenn er über die Landstrassen, durch die Dörfer und Ortschaften fährt. Zurück nimmt er die Autobahn, das geht schneller. Wenn er das Buch durchgelesen hat, fängt er von vorne an. Ganz hinten, auf den letzten Seiten, ist eine Bratensauce ins Papier getrocknet. Vielleicht bekommt er die Saucenflecken dieses Jahr zu sehen. 

Schmeckt´s?, sagt der Wirt.

Bestens, sagt er. 

Den Apfelkompott isst er zuletzt. Bronkhorst bewahrte auch immer den Königshappen bis zum Schluss. Einmal nahm ihm der Mattes das letzte Stück Gulasch vom Teller und Bronkhorst sagte, jetzt wären sie keine Freunde mehr.

Der Mattes löffelt den Kompott und das Handy summt. Als er zum ersten Mal mit dem Wagen an Weihnachten nach Hause fuhr, von Wien bis hoch an die Ostsee, gab es noch gar keine Handys. Da telefonierte er von Münzfernsprechern und an den Tankstellen. Die ersten Jahre rief er die Gabriele an, dann noch mehr Jahre die Erika und seit dem letzten Winter ist es die Anna. 

Ihr Gesicht auf dem Display. Sie hat hohe Wangenknochen und rote Haare und ein freundliches Lächeln. Er lässt das Handy klingeln. Er weiß auch nicht, warum. Sie soll denken, er kann die Hände nicht vom Lenkrad nehmen. Der Zitherspieler schaut wütend wegen des Gebimmels.

Gute! Reise! Pass! Auf! Dich! Auf! Anna! 

Du! Auch!, schreibt er. 

Die Ausrufungszeichen haben sie sich angewöhnt, einfach so, es hat keinen tieferen Sinn. 

Du! Fehlst! Mir!, schreibt er dann doch noch. Weil es ja so ist. Das Schreiben fällt ihm leichter als das Sprechen. Da bringt er bei den Frauen ein Kompliment oder eine Freundlichkeit ja kaum heraus. 

Du! Fehlst! Mir! Noch! Mehr!,schreibt sie.

Im Autoradio hört er eine Reportage über Eisbrocken, die plötzlich vom Himmel fallen. Es wurde schon ein Kind erschlagen. In Patagonien. Er überlegt, wo Patagonien ist. Am Kreisel schießt ihm etwas Gelbes in den Weg, ein Postwagen, und er würgt den Motor ab. Ihm pocht das Herz, als wäre er mit der Anna auf einen Gipfel gekraxelt, wie sie oft im Sommer. Schön war das, so leicht und friedlich und auch wenn sie keuchten von der Anstrengung, vergassen sie nicht, sich hin und wieder zu umarmen und zu küssen.

Ich liebe dich, hat die Anna gesagt.

Und er hat dann Jagesagt oder Mmh.

Liebst du mich auch, sagte sie.

Und ob, sagte er oder: Wieso denn nicht?

Dann lachte sie und sagte, er wäre ein komischer Kauz. 

Nach einer Weile schlägt ihm der Puls wieder geradeaus. Nur um gleich wieder hoch zu jagen, als er bei der Pension Leitner vorfährt und alles ist dunkel und tot. In der Einfahrt liegt der Schnee knietief und unberührt. Er war der erste Gast, der ein Zimmer mietete bei der Anneliese. Seither begrüßt sie ihn noch jedes Jahr, als käme er zu ihr nach Hause. Er ist müde und nur zu gerne hätte er sich in Zimmer Sieben, das nach hinten zum Wald raus geht, obwohl die Strasse auch vorne schon recht still ist, unters Plumeau gelegt, das immer nach demselben Seifenpulver duftete, in all den Jahren. Er sieht sich am Morgen über den Flur tappen, zum Bad, wo es immer ein wenig zu kalt war. Wovon er der Anneliese aber nie etwas sagte, wenn sie in der Küche das Frühstück anrichtete und mit den Schlagern im Radio sang.

Die Anneliese ist nicht mehr.

Der Mattes hatte keinen kommen hören. Er dreht sich, der Alte hält einen Hund. Der Hund beschnüffelt dem Mattes die Schuhe.

Komm jetzt, sagt der Alte und zieht an der Leine den Hund, der sich mit allen Vieren in den Schnee stemmt, wie einen Kinderschlitten. 

Der Wagen ist noch warm wie eine gut geheizte Stube, als der Mattes aus der Strasse von der Anneliese herausfährt. Zum Abschied blinkt er links und rechts. 

Er nimmt ein Zimmer im Rosenhof gleich neben der Tankstelle. Das Restaurant dampft unter dem Gelächter, Rufen, Schwitzen und Schmatzen der Gäste. Er weicht einem Kellner aus, der mit jedem Schritt Obacht ruft. Der Kellner trägt ein Tablett mit Schnitzeln, die auf Bratkartoffeln liegen und über die Teller ragen. Auf der Tanzfläche dreht sich ein Paar zum Schlager. 

Wer Schlager hört, ist zu allem fähig, sagte Bronkhorst und lachte, dass man sein Zäpfchen zittern sah.

Der Schlüssel baumelt an einer Rosenblüte aus Holz. Das Zimmer ist moderner als bei der Anneliese. Die Bettwäsche riecht nach Zitronen. Im Fernsehen liegt ein Toter unter einer Plane; in Australien flackern Flammen bis hoch in die Baumwipfel; in Bagdad steht ein geschmolzener Jeep vor einem Haus mit schwarzen Fensterlöchern. 

Der Mattes macht sich nochmal auf, wirft die Jacke über. Er ist wieder hungrig. Aus dem Gastraum lärmt es ihm zu fröhlich und er läuft hinüber zum Imbiss. Er ist der einzige Gast. Der Grieche schreibt die Bestellung auf einen Zettel und taucht die Pommes Frites ins Fett. Es zischt und dampft, als er die Geräucherten wendet. Er bringt auch ein Bier und lässt den Fernseher nicht aus den Augen. Ein junges Paar sitzt in Bikini und Badehose am Strand, bis die Frau aufspringt und davonläuft und der junge Mann aufs Meer starrt und über ihm die Möwen schweben wie Aasgeier. 

Mit Mayonnaise?, sagt der Grieche, und Mattes erschrickt.

Gern, sagt er.

Sie fuhren oft mit den Rädern zur Wurstbude. Bronkhorst wegen der Jugoslawin, die da bediente. In den Sommern trug sie nur Wäsche unterm Kittel und mit etwas Glück konnten sie beim Wurstschneiden ihre Brüste sehen. Dann nahm Bronkhorst sich ein Herz und fragte, ob sie mal Zeit hätte nach der Arbeit? Sie könnten an den See oder zum Kino radeln. Wenn sie wenigstens neingesagt hätte. Aber sie sagte nichts.  

Bronkhorst hatte einfach kein Glück mit den Mädchen. 

Auf dem Zimmer liest Mattes in dem Roman, aber nach einer Weile schwirrt ihm der Kopf von Colorado-Ameisen, Milchshakes, der Gluthitze über Denver und den schönen halbnackten Mädchen da. 

Schlaf! Sehr! Gut!, schreibt die Anna.

Sie fährt auch heim zu den Eltern übers Fest, nach dem Osten, bis an die Grenze nach Ungarn. Aus dem Bauch des Rosenhofdröhnen Schlager und Gelächter. Ein Splitter Mondlicht zwängt sich am Vorhang vorbei. Er denkt an Bronkhorst und wo der jetzt ist. Und plötzlich kommen ihm die Tränen, als wäre er noch das Kind, das nachts aufwacht und nach dem Schlafzimmer der Eltern lauscht, ob sie noch atmen? Seine größte Angst war ja, sie könnten sterben und ihn allein zurück lassen auf der Welt. 

Schlaf! Du! Auch! Gut!, schreibt er. 

Wenn die Anna jetzt bei ihm läge, würde er ihr vielleicht sogar sagen, wie sehr er sie mag. Und bekäme ihr Lächeln zu sehen. 

Zweiter Tag.

Mit dampfendem Auspuff fährt er unter Girlanden aus Tannenzweigen, Goldsternen und Kunststoffkerzen durch den Ort. Im Radio die Hits des Jahres. Um diese Zeit etwa bindet sich die Mutter daheim die Schürze und schiebt die Töpfe auf den Herd. Sie ist alt und alles dauert länger als je. Sie wird die Äpfel kochen fürs Mus, den Braten einlegen und den Rotkohl raspeln. Der Vater wird das Kreuzworträtsel zur Seite schieben und die Spitze für den Weihnachtsbaum aus der Watte nehmen. Die Mutter wird sagen, ein alter Mann von über achtzig Jahren sollte nicht so verrückt sein und auf eine Leiter klettern. Der Vater wird lachen und es trotzdem tun, keiner kann es ihm ja recht machen mit dem Baumschmuck.

Ein grauer Nebel schwebt übers Land. Vor ihm ein Jauchewagen. Hin und wieder klatscht stinkende Brühe auf die Strasse. Er könnte die Autobahn nehmen, aber dass will er ja nicht. Lieber über die Dörfer quer durchs ganze Land. 

Ich habe es auf der Karte angeschaut, sagte die Anna, du fährst ja einen riesigen Umweg.

Für mich ist es kein Umweg, sagte er.

Willst du denn gar nicht ankommen?, sagte sie. 

Doch, schon, sagte er, nur nicht so schnell. 

Das ist noch die verrückteste von deinen Macken, sagte sie. 

Er hat genug von den Hits des Jahres und hört wieder eine von Bronkhorsts Kassetten. Bessere Mixtapes gibt es nicht. Als könnten man sich die Lieder nur in der Reihenfolge anhören, die Bronkhorst festlegte. Die Familien Bronkhorst und Mattes wohnen Wand an Wand Im Paradies. So heißt die Siedlung.

Jetzt sind wir also im Paradies, sagten Gäste und zwinkerten mit den Augen.

So ist es, sagte sein Vater. 

Aus der Siedlung kam ja keiner auf die Idee, der Name könnte ironisch gemeint sein. 

Sonntags unternahmen die Nachbarn Spaziergänge. Die Kinder hüpfend, springend und jagend vorne weg. Dahinter die Väter, die mit gesenkten Köpfen und auf den Rücken verschränkten Händen über die Wirtschaftslage und die Politik redeten. Und dahinter noch die Frauen, die über die Kinder sprachen. An der Gaststätte verabschiedeten sich die Männer und kamen später mit geröteten Wangen und Bierfahnen heim. 

Ein Schneeräumer schleudert Granulat und Salz auf die Strasse. Die Scheibenwischer des alten Schweden sind müde. Auch an jedem Heiligabend saßen die Familien zusammen. Im einen Jahr bei ihnen und im nächsten Jahr bei den Bronkhorsts. Wenn die Kinder mit den Geschenken spielten, stießen die Eltern mit Weihnachtslikör an. Ausgerechnet in dem Winter ohne Schnee bekamen der Mattes und Bronkhorst Schlittschuhe. Draussen zwitscherten die Vögel. Darüber wurde noch Wochen später herzlich gelacht. 

Als sie älter wurden, trafen sie sich nachts noch mit den anderen Jungs vom Paradies, mit Rosegger, Nowak und Flüsshöh. Sie rauchten, kifften und tranken. Bronkhorst legte Platten auf. Flüsshöh, dieser Idiot. Hatte das schönste Mädchen im Paradies. 

Schöner als ein Stern, sagte Bronkhorst.

Dieses verdammte Motorrad und Flüsshöhs Angeberei. Jagt die Strasse herunter und rauscht in die Mauer vom Kindergarten. Und das schöne Mädchen kniet zwischen all dem Schrott, dem Glas und dem Blut auf der Strasse und hält Flüsshöhs Helm. 

Mattes fährt auf die Tankstelle und schreibt der Anna eine Nachricht. Auf die sie nicht antwortet. Warum antwortet sie nicht? Dann vielleicht später. Er kauft Schokolade, eine Flasche Wasser und Zigaretten. 

Wenn du das Rauchen lassen würdest, sagte die Anna. 

Irgendwann lass ich´s, sagte er.

Zwischen den Zapfsäulen geht ein Mädchen mit einem Rucksack und spricht mit einem Lastwagenfahrer. Er schüttelt den Kopf, steigt in den LKW und das Mädchen verschwindet in der dunklen Wolke aus dem Auspuff. Beim Tanken schaut der Mattes übers Land. Als die Mauer fiel, war er mit Bronkhorst hier. Sie wollten wissen, wie es hinter der Mauer ausschaut. Sie lachten über die winzigen Autos, die falschen Jeans und die Schallplattenabteilung im Kaufhaus. 

Wenn wir nur solche Platten hätten, würde ich auch abhauen, sagte Bronkhorst.

In einem Tanzlokal in Hoyerswerda trafen sie zwei Handballerinnen. Die Mädchen ließen sie bei sich übernachten. Im Morgengrauen warf ihnen jemand einen Stein in die Heckscheibe.

Dann steht es jetzt eins zu eins, sagte Bronkhorst. 

Jemand klopft an die Scheibe. Das Mädchen mit dem Rucksack ist gar kein Mädchen, sondern eine junge Frau von vielleicht fünfunddreißig Jahren.

Nehmen sie mich mit?, sagt sie.

Der Mattes nahm auf den Fahrten nach Hause noch nie jemanden mit. 

Lieber nicht, sagt er.

Sie geht um den Wagen herum und steigt trotzdem ein.

Danke, sagt sie, ich war in Australien und habe Jetlag.

Sie sei Cutterin für Trickfilme. Ob er wüsste, wie lange es dauert, eine Minute in einem Trickfilm zu produzieren?

Nein, sagt er und fährt auf die Landstrasse.

Wieso fahren sie nicht über die Autobahn? 

Nur so, sagt er und sie sieht ihn misstrauisch an. 

Darf ich?, sagt sie und nimmt sich eine Zigarette. 

Bitte, sagt er.

Fahren sie zu ihrer Familie?

Ja.

Und treffen sie alte Freunde?

Mal sehen.

Ich schon, sagt sie.

Freut mich, sagt er.

Ich mag Männer, die nicht viel reden. 

Mmh.

Oder sind sie einfach nur schüchtern?

Weder noch, sagt er, auch wenn es keinen Sinn ergibt.

Ich hatte mal einen schüchternen Freund, sagt sie und fängt an, ihn zu beschreiben.

Sie erinnert ihn an Silke. Bronkhorst lernte sie im Greenkennen. Er sah sie an, als hätte er ein Leben lang auf sie gewartet. Später hatten die beiden eine Wohnung, wo er sie einmal besuchte. Bronkhorst redete über neuen Platten und Silke schaute aus dem Fenster, wo nichts zu sehen gewesen war als ein Himmel ohne Sterne.

Ich war seine große Liebe, sagt die Frau mit dem Rucksack, und er war ein lahmer Arsch. 

Irgendwas klappert, sagt der Mattes. 

Was?

Am Wagen.

Ich höre nichts.

Doch, es klappert, sagt er.

Dann kaufen sie sich mal einen neuen Wagen, sagt sie und lacht.

Er fährt auf einen Parkplatz, zieht die Motorhaube auf, rüttelt an den Schläuchen und lässt die Klappe wieder zufallen.

Können sie mal hören, ob da was ist, wenn ich den Motor anlasse?

Ich habe es ein bisschen eilig, sagt sie. 

Der Mattes lässt den Motor an, sie ruft von draussen. Er legt den Gang ein und fährt ans Ende des Parkplatzes, stellt den Rucksack ab und gibt Gas. 

Das war für dich, Bronkhorst, sagt er und lacht.

Sie riefen sich nur selten an und wenn, war immer was passiert. 

Silke ist mit einem aus dem Tango-Kurs abgehauen, sagte Bronkhorst. Der wäre selbst als Toter noch lebendiger als ich, hat sie gesagt. 

Bronkhorst heulte dann wie nie zuvor und nie danach. Später zog er wieder bei den Eltern ein, eine Freundin hatte er dann nicht mehr.

Mattes hört eine von Bronkhorsts neueren Kassetten und erst nach einer Weile fällt ihm auf, dass in allen Lieder Frauen ihre Männer verlassen haben. Dieser verrückte Hund. Es regnet. Der Regen fällt aus einem undurchdringlichen Grau. 

Bei Regen würden die besten Songs geschrieben, sagt Bronkhorst. 

Mattes wird müde und hält an einem Café. Der Kellner sieht von der Zeitung auf, als hätte er gar nicht mit Gästen gerechnet. Außer Mattes ist noch eine alte Frau mit einem Hund dort. 

Böser, böser Mann, sagt die Frau zu dem Hund und füttert das Tier mit Keksen.

Immer, wenn er nach Hause kam, schellte er nebenan und sah nach Bronkhorst. Sein Zimmer hatte Bronkhorst im Keller. Einmal war die Musik laut und die Tür nur angelehnt und Bronkhorst hielt das Mikrofon eines Diktiergerätes, bewegte die Lippen wie der Sänger, lief hin und her und winkte einem Publikum, das da gar nicht war. 

Der Mattes schließt den Wagen auf, von weit her schlagen Glocken. An den Gerippen der Bäume kleben Eiskrusten. Der Wind walzt Schneefahnen über die Strasse. Räumfahrzeuge kurven umher. Mattes kann die Strasse nur erahnen. Nach einer Weile läßt der Wind nach und er denkt an Anna. Warum sie ihm nicht antwortet? Er liebt sie mehr, als er ihr je zugab. Er schickt ihr eine Nachricht mit noch mehr Ausrufungszeichen, legt das Handy auf den Beifahrersitz und wartet, dass es leuchtet. Aber es leuchtet nicht. 

Der Motor brummt, sonst ist es so still, als läge ein Teppich auf der Strasse. Würden nicht hier und da Lichter leuchten, könnte man glauben, die Welt sei von allen verlassen. Er denkt an Flüsshöhs schönes Mädchen. Wie das schöne Mädchen den Helm hielt. 

Das Licht hinter den Fenstern ist gelblich und warm. Eine schmale Brücke führt zum Hotel, hinter der Brücke rutscht ihm der alte Schwede vom Weg. Mattes manövriert vor und zurück, aber die Reifen graben sich nur noch tiefer ein. Am Himmel nicht ein einziger Stern. Die Luft ist kalt und klar. Von den Pferdeställen ein Wiehern. 

Da bist du ja, sagt sie. 

Ja, sagt er.

Sie lächelt. Auf ihrem Namensschild steht Edith. Der Familienname ist ein anderer als letztes Jahr. Ihr Kostüm hat die Farben des Hotels. Blau, mit goldfarbenem Schal. Sie ist um einige Jahre jünger als er.

Ich bin jetzt verheiratet, sagt sie.

Wirklich?

Ja, seit dem Sommer.

Dann herzlichen Glückwunsch.

Aber glücklich bin ich trotzdem nicht, sagt sie.

Ich hätte es dir gegönnt, sagt er.

Ich lasse mich wieder scheiden, sagt sie und lacht. Wenn du magst, können wir nachher an der Bar noch etwas trinken.

Im letzten Jahr war er der letzte Gast. Sie tranken Schnaps, bis sie lallten.

Vielleicht, sagt er. 

Sonst nächstes Jahr, sagt sie. 

Dritter Tag.

Morgens ruft er Anna an, aber sie geht nicht ans Telefon. Sie hat auch seine Nachrichten nicht gelesen. Er kann es sich nicht erklären. 

Eine Weile sieht er aus dem Fenster. Das Land unter dem Schnee. Alles unberührt, bis auf die Spuren eines Tieres. Über den Baumwipfeln Nebel. In den Rohren gluckert das Tauwasser. Ein Schneebrett rutscht vom Dach. Der Hoteldiener hat den Wagen ausgegraben. 

Am dritten Tag hört er klassische Musik. Noch so eine Macke. 

Warum Anna sich nicht meldet?, fragt er sich. 

Vielleicht hat sie es sich anders überlegt. Er wählt wieder ihre Nummer und ahnt schon, dass sie sich nicht meldet. Kaum Autos auf den Strassen. Er hört ein Klavierkonzert, ein unendliches Meer aus dunklen, hallenden Tönen. 

Klassik höre ich erst, wenn ich tot bin, sagte Bronkhorst.

In den Sommern saßen sie oft auf dem Hochsitz und schauten über die Zäune und Mauern, den Sperrgraben, den Kolonnenweg, die Tretminen, die Lichtsperren, die Beobachtungsbunker, die Hundefreilaufanlage, die Betonsperrmauer. Auf den Wachtürmen die Grenzer mit Ferngläsern.

Wie kann man nur so bescheuert sein und sein eigenes Gefängnis bewachen?, sagte Bronkhorst.

Auf dem Hochsitz ritzten sie sich die Zeigefinger auf und hielten sie gegeneinander. Manchmal schauten sie Pornohefte an. Und immer hörten sie Bronkhorsts Kassetten. Er hatte ein tragbares Radio mit Kassettenfach und machte es so laut, dass die Musik nach drüben schallte. 

Dass die da drüben auch mal geile Musik hören, sagte er. 

Nach und nach verwandelt sich der Schnee in Regen. Der Himmel wird schwarz. Am Fernfahrergrill trinkt Mattes einen Kaffee. Noch immer keine Nachricht von Anna. Auf dem Parkplatz zwei Sattelschlepper. Die Fahrer rauchen bei einem Weihnachtsbaum aus Plastik. Er blinkt in allen möglichen Farben. Die Männer ziehen an ihren Zigaretten, lachen und stoßen die Bierflaschen aneinander. 

Mit Sechzehn fuhren sie im Sommer mit den Mopeds an der Grenze entlang nach Süden. Aber die Grenze hörte nie auf, so lange sie auch fuhren. 

Anscheinend geht die um die ganze Welt, sagte Bronkhorst. 

Als sie heimkamen, war es schon dunkel im Paradies. Ihre Eltern wollten gerade zur Polizei und die Söhne als vermisst melden. Sein Vater gab Bronkhorst eine Ohrfeige und er fiel vom Moped. 

Im Radio läuft Last Christmas.

Wegen dem Lied höre ich vor Weihnachten nie Radio, sagte Bronkhorst.

All diese Worte. 

Mattes hält beim Friseur und lässt sich die Haare schneiden. Wie jedes Jahr. Früher gehörte der Laden einem Einbeinigen. 

Das andere Bein ist noch in Stalingrad, sagte der einbeinige Friseur, das schicken sie mir noch.

Er lachte mit schiefem Mund. Der Soldat hatte auch noch einen Steckschuss im Unterkiefer. Alles lange her. Der Friseurladen gehört jetzt einem Türken. Die Tochter schneidet ihm die Haare. Sie trägt ein Kopftuch und schweigt. Das Radio spielt wieder Last Christmas.

Am Wagen zündet er sich eine Zigarette an. Dann ist da ein Bellen. Ein sehniger Köter hetzt über ein Gartenstück. Mattes springt ins Auto, zieht die Tür zu. Dem Kläffer tropft der Geifer, er bellt wie von Sinnen und kratzt die Pfoten über die Scheibe. 

Mattes fährt an, der Köter jagt ihm nach, bei der Tankstelle tritt er hart auf die Bremse, hinter ihm ein dumpfer Schlag, ein jämmerliches Jaulen. Er gibt Gas und sieht im Spiegel, wie sich der Hund aufrappelt, schüttelt und dem alten Schweden dumm hinterher schaut. Mattes lacht, bis ihm die Tränen kommen.

Am Supermarkt gibt es Tannenbäume zum halben Preis. Ein Weihnachtsmann aus Plastik kriecht in den Schornstein der Metzgerei., 

Warum? Meldest? Du? Dich? Nicht?, schreibt er. 

Am Paradies hängt das Straßenschild schief.

Ich will gar nicht wissen, wie es in der Hölle aussieht, wenn das hier das Paradies ist, sagte Bronkhorst. 

An Bronkhorsts Haus klammert sich ein Baugerüst. Im Garten ein rostiger Container voller Sperrmüll. Obenauf die Sessel aus Styropor. Seltsam, dass sie so lange hielten. Oft sassen sie auf den Sesseln in Bronkhorsts Keller und hörten Platten. Wenn sie zu sehr kippelten, fielen die Sessel um und sie hatten etwas zu lachen. Wer Bronkhorsts Platten hören wollte, musste schon zu ihm gehen. 

Du kannst alles von mir haben, sagte er, aber nicht meine Platten. 

Mattes fährt in die Auffahrt. Vaters Wagen parkt in der offenen Garage. Vater lässt den Motor abkühlen, wenn er mit dem Wagen fuhr. Mattes hört Bronkhorsts letztes Tape zu Ende. Er schaltet den Motor ab, nach und nach legt sich immer mehr Schnee auf die Scheibe. Ihm fällt auf, dass alle Sänger auf der Kassette tot sind. Bronkhorst hatte einfach ein Händchen für Mixtapes.

Wenn er ihn sehen könnte jetzt, in dem alten Schweden, käme Bronkhorst nach draussen, tätschelte dem Wagen die Motorhaube wie einem braven Gaul. Er zöge die Fahrertür auf und würde den Kopf in den Wagen halten und vielleicht etwas sagen. Was hören wir denn Feines?, oder so ähnlich. 

Aber Bronkhorst kommt nicht und sagt nichts und Mattes steigt aus. Seine Schwester umarmt ihn und lässt ihn ein. Seine Mutter und der Vater umarmen ihn auch. Im Haus der Geruch seiner Familie. Es wurde seit Jahren nicht renoviert. Als wäre die Zeit stehen geblieben. Im Flur ein Karton mit Schallplatten.

Die hat Bronkhorst abgegeben, sagt seine Schwester, im Keller sind noch mehr Kartons. 

Auf dem Karton klebt ein Brief. Mattes reißt den Umschlag auf und Bronkhorst schreibt, er soll ihm bloss nicht die Platten verkratzen. 

Er brachte die Kartons und ist dann runter zum Fluss, sagt seine Schwester. Wir haben es erst später erfahren, aus der Zeitung. 

Mattes Handy klingelt. Anna hat ein neues Profilbild. Die Haare kürzer. Der Mund rot geschminkt. An den Ohren Christbaumkugeln. Im Hintergrund der alte Schwede. Ihm schlägt das Herz. Er weiß nicht, was sie sagen wird. 

Frohe Weihnachten, sagt sie.

Wünsche ich dir auch, sagt er. 

Danke.

Ich habe mir Sorgen gemacht.

Wirklich?

Ja, weil du dich nicht gemeldet hast.

Freut mich, dass du an mich gedacht hast, sagt sie. 

Wo bist du?

Draussen.

Wo draussen?

Vor dem Haus.

Vor welchem Haus?

Vor eurem Haus.

Er zieht die Tür auf und sie lacht und schaut ihn an, mit dem Blick, nach dem er sich sehnte. 



Neuer deutscher Kriegsroman

Monika Wolting schreibt über den neuen deutschen Kriegsroman, darunter „Krieg“ (Berlin Verlag/Piper), Hier mehr erfahren 



Fernsehpreis für Krieg/Fremder Feind

Foto: sudinfo.be/Photo News

Fremder Feind, die Verfilmung von Krieg (Regie: Rick Ostermann) mit Ulrich Matthes und Barbara Auer in den Hauptrollen, erhielt in Monte Carlo den Prix Signis. Mehr dazu hier



Geschichte wird gemacht

Die 80er sind nicht vorbei, wenn du es nicht willst: Mit seinen Fotos von Partys und Konzerten hat Ar/gee Gleim den Geist eines ganzen Jahrzehnts eingefangen. Mit Aufnahmen von u.a. den Toten Hosen, den Ärzten, den Einstürzenden Neubauten, Fehlfarben und Essays von u.a. Peter Hein (Fehlfarben), Katja Kullmann, Christina Mohr, Miriam Spies, Hendrik Otremba (MESSER), Wolfgang Zechner, Frank Spilker (Die Sterne), Peter Glaser, Alexander Kühne, Xaõ Seffcheque & Edmund Labonté, Jochen Rausch, Ulrich Gutmair, Sven Sakowitz. Inklusive CD-Beilage mit Songs von u.a. Die Ärzte, Andreas Dorau, Palais Schaumburg, Family*5 und Der Plan. Erscheint am 4. März 2019 zum Preis von 30 Euro.



RACHE

Eine Story aus Rache hier zum kostenlosen Download: Haie



FREMDER FEIND BEI NETFLIX

Fremder Feind (2018/ARD) hier anschauen



Im Taxi 2019

Interview Deutschlandfunk Kultur über das Taxifahren. Hier nachhören



Restlicht: Der Trailer



GRIMME-PREIS

„Fremder Feind“ (nach dem Roman „Krieg“) für den Grimme-Preis 2019 nominiert. Die Preis wird am 5. April 2019 in Marl vergeben. Hier mehr Infos

v.l.n.r.): Ulrich Matthes, Barbara Auer, Jochen Rausch, Dr. Barbara Buhl (WDR), Rick Ostermann (Regie)


Fremder Feind/Krieg gewinnt Fernsehfilmpreis

„Ein Meisterwerk“, so die Jury der Akademie der Darstellenden Künste über die Verfilmung von „Krieg“. Hier mehr: Regisseur Rick Ostermann (re) und Ulrich Matthes bei der Preisverleihung in Baden-Baden (Foto: Jochen Rausch)



FREMDER FEIND/KRIEG IN DER WDR-AUDIOTHEK ANSEHEN

Verfilmung von Krieg (als Fremder Feind/Regie: Rick Ostermann, Kamera: Leah Striker, in den Hauptrollen Barbara Auer und Ulrich Matthes) noch bis 27.02.2019 verfügbar. Hier kostenlos ansehen

(Alle Fotos: ©WDR/ARD)



Stahlnetz: Vor all den Jahren

Video-Remake des Stahlnetz-Songs VOR ALL DEN JAHREN. Produziert von Conny Plank. Stahlnetz: Detlev Cremer/Jochen Rausch (Text & Musik Jochen Rausch, alle Rechte reserviert/Wintrup Musik).



Black & White

Collection Schwarz-Weiss-Fotografie auf Instagram.



FREMDER FEIND/KRIEG: Die Kritiken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

FAZ: Bis die Seele fröstelt lesen Süddeutsche Zeitung: Heimatfront lesen Frankfurter Neue Presse: Dieser Film ist perfekt lesen  Der Stern: Fremder Feind lesen Standard: Der Pazifist als Krieger lesen Die Presse: Fremder Feind lesen NOZ: Großes Kino lesen Stuttgarter Nachrichten: Countdown lesen Westfalenpost: Leises Drama lesen Mittelbayerische Zeitung: Innere und äußere Kriege lesen Huffpost: Überzeugend lesen Prisma: Bedrückend, spannend lesen Berliner Zeitung: Fremder Feind lesen Wuppertaler Rundschau: Ende anders, trotzdem stark lesen Quotenmeter: Fremder Feind lesen SVZ: Der Aufrechte lesen TV-Spielfilm: Fremder Feind lesen Tittelbach TV lesen



Hörspiel: WIR WAREN ZEITVERSCHWENDUNG

Hörspiel von Jochen Rausch, mit Campino und Judith Holofernes. „Wir werden nichts hinterlassen, wir waren Zeitverschwendung“, schreibt Jojo am 14. September 1979 um 20 Uhr 12 über seine Band „Die Helden“ in sein Tagebuch. Niemand kann ahnen, wie Jojo das wirklich meint… Jochen Rausch erzählt die Geschichte der Rockband „Die Helden“ in seinem Hörspiel „Dann sind wir Helden“ (WDR3/1LIVE). Die Geschichte dieser Band ist die Geschichte vieler Bands. Es ist aber auch die Geschichte von der ganz großen Sehnsucht nach einem Leben, das sich Konventionen und Anpassungen widersetzt, letztlich auch ein Zeitdokument vom Vorabend des Punk. „Alles soll gerade sein, geordnet, rechteckig, rechtwinklig“, sagt Jojo, „ich protestiere gegen jede Form der Begradigung.“ „Die Helden“ gab es tatsächlich in den später 1970er Jahren. Hier anhören auf Soundcloud → anhören (mehr …)



Oorlog op het thuisfront

De Standaard – hier mehr



Hollywood Reporter

A German father and avowed pacifist can’t convince his adult son to not join the army and leave for a tour of duty in the bipartite drama Krieg, based on the novel by Jochen Rausch. This elegantly shot film about the thin veneer of civilization and the primal fears and violence that are just lurking underneath sees director Rick Ostermann return to Venice four years after his debut, Wolfskinder, which also played in the Horizons program of the festival. Though conceived as a high-end TV movie for German broadcaster WDR, this looks crisp and impressive on the big screen and is studded with solid performances from top to bottom. Despite a screenplay that doesn’t dig quite deep enough, this package has a solid chance of traveling to other festivals and maybe beyond. (mehr …)



„Krieg“: Premieren in Zürich und Köln


Krieg wird beim Zurich Filmfestival ZFF und beim Film Festival Cologne gezeigt (in den Hauptrollen Barbara Auer und Ulrich Matthes).

 



La Biennale di Venezia

SYNOPSIS
What is the price of peace? Krieg is the story of Arnold Stein, who, looking to find personal peace, withdraws to an isolated mountain cabin. This peace is breached when a stranger starts terrorizing him, and draws him into a nerve-recking conflict. In flash-backs we learn about Chris, Arnold’s son, who, against his parents’ wishes, decided to enlist in the army and to volunteer for a tour in a conflict-zone. All desperate attempts to dissuade him are in vain. Arnold and his wife, Karen, assure each other that, surely, he’ll come back in one piece. But soon enough the horrible news of Chris’ death in action arrives. Mourning the loss of their son, Karen takes her own life. Arnold resigns from his job as a teacher and flees the wreckage of his life to the supposed idyll of the mountains. A remote cabin, high in the mountains, snow, a man and a dog. Arnold Stein has been living a life of a recluse in the rough world of the mountains for weeks, and only descends to the village occasionally. But life is not as withdrawn and isolated as it seems in this weather-worn cabin with all its secrets: in his absence, a stranger destroys the last objects that are still meaningful to him; his dog is brutally hurt—a struggle for life or death against an unknown opponent ensues. And suddenly, Arnold understands how everything is connected: his son’s fate, his wife’s destructive grief, his own flight from a life in which he fights back for once. Arnold goes to war against a stranger, and has to face the question if man must kill to keep his peace.

DIRECTOR’S STATEMENT: In the novel Krieg Jochen Rausch tells a special story of war—the war of the armed participant, and that of the impact on those he has left behind. The story of the book and the movie is that of our main character, Arnold, who turns from pacifist to warrior. Arnold, a husband and a father, has to painfully learn to take responsibility for his life. After he loses his family through his passivity, it’s only when he begins to defend what matters to him, that he learns to accept the consequences of his actions and comes to terms with his guilt. These layers—the conflict within the family and the war in the mountains—for me, are at the heart of the movie. With Krieg I do not only want to show the senselessness of war, but also the victory of humanity over human killing. Zum Trailer



Premiere in Venedig

Verfilmung von „Krieg“ (Regie: Rick Ostermann) hat Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Venedig 2017. 
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Von links: Ulrich Matthes, Barbara Auer, Jochen Rausch, Barbara Buhl (WDR), Rick Ostermann (Regie)


IM TAXI



SPIEGELONLINE: „Taxifahren und Religion“

Interview zu Im Taxi (Spiegel Online)

Interview zu Im Taxi (Buch aktuell)



#KRIEGTHEMOVIE

Dreharbeiten „Krieg“, Tirol, Navistal, Januar 2017. In der Hauptrolle Ulrich Matthes („Arnold“); Regie: Rick Ostermann; Kamera Leah Striker. (Fotos: von Fürstenberg, Ostermann, Rausch). Mehr hier



IM TAXI – DIE VIDEOSERIE

Mini-Trailer-Serie zu „Im Taxi“. Drei Episoden aus 120 Gesprächen mit Taxifahrern. Gesprochen von Johann von Bülow und Thorsten Schorn.



NEU: IM TAXI

Beobachtungen im Nahverkehr – 120 Miniaturen Piper Verlag (9.00 Euro). Mehr hier:

 



Beobachtungen im Nahverkehr

WESTDEUTSCHE ZEITUNG: Hier lesen:

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WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU: Hier lesen

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HAMBURGER ABENDBLATT: Hier lesen



SOUNDS, WORTE, GERÄUSCHE

Jochen Rausch bei: SoundCloud



RACHE – der Trailer



HAIE – FREE DOWNLOAD

Ab 16.02.2015: freier Download (Kindle Edition) – HAIE, eine erste Story aus dem neuen Storyband RACHE. Hier gehts zum Download